Ausbildung Bundeswehr

Ausbildungen bei der Bundeswehr

Schülerinnen und Schüler streben zunehmend nach ihrem Schulabschluss eine militärische oder zivile Berufsausbildung bei der Bundeswehr an. Dabei ist es gleich, ob sie ihren Haupt-, Realschulabschluss oder das Abitur in ihrer Tasche haben. Der Clou: selbst ohne Schulabschluss, jedoch nach Beendigung der Mindestschulzeit und dem Mindestalter von 17 Jahren, kann man bei der Bundeswehr eine Ausbildung beginnen. Die Vergütungen sind bereits in der Grundausbildung sehr gut – entgegen der Behauptung, bei der Bundeswehr würde man wenig verdienen. Welche zivilen & militärischen Ausbildungsmöglichkeiten bietet die Bundeswehr SchulabgängerInnen an? Was kann man beim Bund studieren und wer kann sich bei der Bundeswehr bewerben?

Wer kann sich bei der Bundeswehr für eine Ausbildung bewerben?

Wer mindestens 17 Jahre alt ist, kann sich bei der Bundeswehr bewerben. Minderjährige brauchen dafür die Einwilligung ihrer Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Das Höchstalter, bis zu dem man beim Bund eintreten kann, liegt für eine Offizierslaufbahn bei 29 Jahren und je nach Tätigkeitsbereich bei bis zu 50 Jahren. Man muss deutscher Staatsbürger sein und für die freiheitlich demokratische Grundordnung im Sinne des Grundgesetzes eintreten. Die Mindestgröße liegt bei 1,55 Meter; je nach Einsatzgebiet können weitere körperliche Voraussetzungen nötig sein. Alle Bewerberinnen und Bewerber müssen sich dem Eignungstest der Bundeswehr  unterziehen; dieser besteht aus schriftlichen und mündlichen Teilen und einer medizinischen Untersuchung. Zu diesem Einstellungstest gehören auch der Sporttest  sowie ein Computertest. Auf beide sollte man gut vorbereitet sein. Die beim Computertest geforderten Fähigkeiten kann man sich mittels Online-Kursen aneignen, denn sie überprüfen vorab gut zu trainierende Fähigkeiten wie räumliches Denken, Geschicklichkeit und eine schnelle Reaktionsfähigkeit – neben Allgemeinwissen, Mathe sowie Deutsch- und Englischkenntnissen.

Berufsausbildung bei der Bundeswehr

Berufsausbildung bei der Bundeswehr

Wer sich für eine Ausbildung oder Tätigkeit beim Bund interessiert, wird bei seiner regionalen Karriereberatungsstelle persönlich beraten. Die Karriereberatungszentren informieren nicht nur bezüglich der Möglichkeiten, die man je nach seinen Wünschen & Fähigkeiten bei der Bundeswehr hat, sondern helfen auch konkret bei der Bewerbung. Wichtig ist, sich so früh wie möglich zu bewerben, da gerade die beliebtesten Berufe am schnellsten vergeben sind.

Wer sich für ein Bachelor-Studium im technischen Bereich oder als OffizierIn/Führungskraft bei der Bundeswehr bewerben will, für den läuft die Bewerbungsfrist 1 bereits Ende Februar ab.

Ausbildungen ohne Schulabschluss bei der Bundeswehr

Auch ohne Schulabschluss, jedoch nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht, kann man in den Freiwilligen Wehrdienst oder als Soldat/-in auf Zeit in der Laufbahn der Mannschaften aufgenommen werden. Diese Möglichkeiten stehen gleichfalls BewerberInnen mit den unterschiedlichen Schulabschlüssen offen.

Der Freiwillige Wehrdienst dauert 23 Monate und beinhaltet eine sechsmonatige Probezeit, innerhalb der man ohne Angabe von Gründen wieder aussteigen kann, wenn einem die Ausbildung beim Militär nicht zusagt.

Ausbildungen mit Hauptschulabschluss bei der Bundeswehr

Bereits mit einem Hauptschulabschluss stehen einem bei der Bundeswehr rund 90 interessante Berufsausbildungen zur Verfügung. Eine breite Palette handwerklicher und technischer Berufe können erlernt werden, ebenso solche in chemischen, medizinischen und natürlich in militärischen Bereichen. Zivile Berufe wie ZahntechnikerIn, Maler- und LackiererIn, TierpflegerIn, GärtnerIn, WerkstoffprüferIn und viele mehr werden auch bei der Bundeswehr benötigt. Im militärischen Bereich gibt es Berufsausbildungen beispielsweise zum Jägersoldat, Fallschirmjägersoldat /-feldwebel, Kommando- oder Artilleriefeldwebel, Fluggeräteunteroffizier Tiger, Instandsetzungssoldat Kraftfahrzeuge, Luftfahrzeugavioniksoldat, Bootsmann und viele mehr. Auch die Laufbahn der UnteroffizierInnen ist mit einem Hauptschulabschluss teilweise möglich.

Ausbildungen mit Realschulabschluss bei der Bundeswehr

Ein Realschulabschluss ist beispielsweise Voraussetzung für die Ausbildung zum Feldwebel des Sanitätsdienstes der Bundeswehr. Als solcher ist man zu Auslandseinsätzen verpflichtet, denn gerade hier kommen auf die Soldatinnen und Soldaten höhere gesundheitliche Risiken zu, die es vorzubeugen oder zu kurieren gilt. Feldwebel im Sanitätsdienst sind nicht nur medizinisch, sondern zugleich als militärischer Vorgesetzter in ihren Einsätzen gefordert. Für diese Feldwebel-Laufbahn liegt die Regelverpflichtungszeit bei 13 Jahren; das Höchstalter zum Einstieg liegt bei 29 Jahren.

Der Realschulabschluss wird für zahlreiche Ausbildungen zum Feldwebel benötigt, die es in unterschiedlichsten Bereichen gibt, wie zum Beispiel Militärmusikdienst, Medienproduktion, Artillerie, Fallschirmjäger, Fluggerätemechaniker, elektronische Kampfführung oder Truppenfernmelde-Feldwebel und einige mehr. Weitere Einsatzgebiete, die einen Realschul-Abschluss voraussetzen, sind u. a.: Medizintechniker/-in, Fachkrankenpfleger /-schwester, Fachunteroffizier des Sanitätsdienstes, Kampfschwimmer, Bootsmann oder Mittlerer Dienst Fernmelde- und elektronische Aufklärung. Die Einsatzgebiete sind so breit gestreut, dass viele Auszubildende gemäß ihren Talenten gefördert werden können.

Ausbildungen mit Abitur oder Fachabitur bei der Bundeswehr

Bundeswehr Ausbildung mit Abitur

Bundeswehr Ausbildung mit Abitur

AbiturientInnen stehen prinzipiell alle Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei der Bundeswehr offen – vorausgesetzt, sie erfüllen die körperlichen und gesundheitlichen Anforderungen. Für die Laufbahn als Offizier/Offizierin bzw. Führungskraft bei der Bundeswehr ist das Abitur (oder ein gleichwertiger Abschluss) Voraussetzung. Alle Offiziere & Offizierinnen haben im Rahmen ihrer Offiziersausbildung beim Militär studiert. Die Studienfächer orientieren sich dementsprechend am internen Bedarf der Bundeswehr und sind praxisnah ausgelegt.

Wer sich für die Offizierslaufbahn bewerben will, muss den Eignungs- und Computertest sowie den Sporttest im Assessmentcenter füFührungskräfte der Bundeswehr bestehen und gesundheitlich fit sein. Angehende OffizierInnen müssen sich für mindestens 13 Jahre verpflichten; für den fliegerischen Dienst steigt die Zeit auf 16 und im Sanitätsdienst auf 17 Jahre an.

Abitur bzw. die allgemeine Fachhochschulreife ist ebenfalls Voraussetzung für ein Studium im Bereich Expertin oder Experte für wehrtechnische Entwicklungen. Man muss sich ebenfalls für Auslandseinsätze verpflichten. ExpertInnen der wehrtechnischen Entwicklung haben vielfältige Aufgaben, beispielsweise in den Bereichen militärischer Ausrüstung, Erprobung und Bewertung, Beschaffung, Nutzung, Projektmanagement sowie Forschung und Technologie. Für ein Studium ist ein entsprechendes Praktikum Voraussetzung und man sollte Begeisterung für Technik mitbringen.

Neben Wehrtechnik kann man Fächer studieren wie Maschinenbau, Computer Aided Engineering und Luft- & Raumfahrttechnik, um nur einige zu benennen. Auch geistes- und sozialwissenschaftliche Fächer wie Soziologie, Psychologie und Geschichte werden angeboten. Studierende bei der Bundeswehr haben den großen Vorteil, dass sie während ihres Studiums finanziell und materiell abgesichert sind und sich ganz auf ihr Studium konzentrieren können, nachdem die dreimonatige Grundausbildung beim Militär abgeschlossen ist. Zudem sind sie später in der freien Wirtschaft sehr beliebt, da die Studiengänge bei der Bundeswehr umfassend sind und Studierende bei der Bundeswehr als OffizierInnen zugleich sehr komplexe Erfahrungen sammeln, die in Führungs- und Management-Positionen gebraucht werden.

Welche Berufe gibt es bei der Bundeswehr?

Bundeswehr Berufe

Bundeswehr Berufe

Bei der Bundeswehr wird zwischen zivilen und militärischen Berufen unterschieden. Es gibt eine Vielzahl an Berufen, die sich an den unterschiedlichsten Einsatz- und Tätigkeitsbereichen der Bundeswehr orientieren.

Zu den zivilen Berufen gehören beispielsweise Automechatroniker/in, Koch oder Köchin, Verwaltungsangestellte/r, Fotograf/-in, Physiotherapeut/-in, Krankenpfleger/-in und viele mehr.

Daneben gibt es militärische Ausbildungen, die mitunter höchste körperliche und sportliche Fitness voraussetzen. Hierzu zählen beispielsweise die Einsatzgebiete der Feldjäger, Aufklärer, Kampfmittelbeseitiger usw. Wirklich körperlich fit und stressbelastbar sein müssen jene, die als Piloten, Kampfschwimmer, Fallschirmspringer, Gebirgsjäger usw. ausgebildet werden.

Generell ist zu unterscheiden zwischen den Tätigkeiten und der Tätigkeitsdauer derjenigen, die sich für 23 Monate als Freiwillige Wehrpflichtige zur Bundeswehr begeben und jenen, die sich als Soldat/-in auf Zeit für eine mehrjährige Tätigkeit verpflichten. Letztere werden entsprechend besser vergütet und haben eine größere Auswahl an Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten, denn die Berufsauswahl ist an die Zeit gekoppelt, die man freiwillig bei der Bundeswehr tätig ist.

Auf unserer Seite kannst du online für den Einstellungstest der Bundeswehr trainieren.