Besoldung/Gehalt bei der Bundeswehr

Soldaten und Beamte bei der Bundeswehr werden nach genauen gesetzlichen Vorgaben bezahlt. Die Besoldung beinhaltet in der Regel ein Grundgehalt sowie verschiedene Zulagen. Dazu kann beispielsweise auch der Familienzuschlag oder der Auslandsverwendungszuschlag gehören. Darüber hinaus müssen sich Soldaten aufgrund der Fürsorge keine Gedanken über das Thema Krankenkasse machen und auch nach dem Dienstende hilft die Bundeswehr noch.

Besoldung nach Dienstgrad

Die grundsätzliche Besoldung eines Soldaten richtet sich sowohl nach seinem Dienstgrad als auch nach dem Dienstalter und verschiedenen Erfahrungen. Generell wird jeder Soldat einer Besoldungsgruppe zugeordnet, die von dem jeweiligen Dienstgrad abhängt. Die Gruppen haben wiederum unterschiedliche Stufen. Insgesamt existieren in der Bundesbesoldungsordnung A 15 Gruppen, welche wiederum jeweils acht Stufen haben.

Ein Gefreiter wird typischerweise auf Basis der Gruppe A 3 bezahlt und erhält je nach Stufe zwischen 2144,69 und 2436,30 Euro Grundgehalt. Dagegen wird die Besoldung eines Hauptfeldwebel auf Basis der Gruppe A 8 berechnet, was wiederum ein Grundgehalt zwischen 2502,43 und 3240,35 Euro im Monat bedeutet. Hier findest du die aktuelle Besoldungstabelle (Stand Februar 2017). Quelle: Portal der Bundeswehr – Bundeswehr.de. Klicke auf die Grafik, um alle Werte aus der Besoldungstabelle in voller Höhe darzustellen.

Bei dem Gehalt der Soldaten spielt das Thema Krankenversicherung keine Rolle. Während normale Arbeitnehmer mit einem Teil ihres Gehalts neben Steuern auch für die Krankenpflichtversicherung zahlen, greift im Falle der Bundeswehr die sogenannte Fürsorge des Dienstherren. Soldaten sind während ihrer Dienstzeit von der Krankenversicherung befreit. Ihre Fürsorge übernimmt die Bundeswehr. Das bedeutet, ein Soldat kann unentgeltlich die Sanitätseinrichtung der Bundeswehr aufsuchen. Die Fürsorge greift zudem auch, wenn man sich außerhalb der Kaserne aufhält. Mit der Hilfe einer Hotline können Soldaten direkt mit dem ärztlichen Bereitschaftsdienst der Bundeswehr in Verbindung treten.

Der Familienzuschlag

Neben den Gehalt erhalten Soldaten in der Bundeswehr auch einen Familienzuschlag. Dieser ist abhängig von den Familienverhältnissen. Verheiratete Soldaten und Beamte erhalten dem Besoldungsgesetz zufolge in der erste Stufe 139,18 Euro. Stufe 2 greift, sobald das Paar ein erstes Kind hat. Dann steigt der Zuschlag auf 258 Euro. Für das zweite Kind zahlt die Bundeswehr noch einmal weitere 118,97 Euro, ab dem dritten Kind gibt es jeweils einen Zuschlag von 370,69 Euro.

Weitere Zulagen

Der Familienzuschlag ist generell nicht die einzige Zulage, von der Bundeswehrsoldaten profitieren können. Abhängig von der genauen Arbeit gibt es eine ganze Reihe von Zuschlägen, die am Ende das Gehalt deutlich aufbessern können. Ein klassisches Beispiel sind Zulagen für den Dienst zu ungünstigen Zeiten. Wer am Wochenende oder an Feiertagen arbeiten muss, erhält einen höheren Stundenlohn. Die Erhöhung beträgt an gesetzlichen Feiertagen beispielsweise 5,12 Euro. Auch Nacharbeiten werden bei der Bundeswehr besser entlohnt. Wer zwischen 20 und 6 Uhr Dienst hat, erhält 2,41 Euro mehr in der Stunde.

Darüber hinaus werden Zulagen auch aufgrund bestimmter Berufe bezahlt. Kommandanten auf Transportflugzeugen erhalten beispielsweise eine Besoldung, die um 614,64 Euro höher liegt als ihr Grundgehalt. Auch die Marine zahlt ihren Soldaten höhere Gehälter, abhängig von ihrem Einsatzort oder dem genauen Arbeitsfeld. So erhalten Mienentaucher zum Beispiel 270 bis 550 Euro mehr als Besoldung, während Besatzungen von Unterseebooten zwischen 214,74 und 322,20 zusätzlich bekommen.

Der Auslandsverwendungszuschlag

Die Soldaten der Bundeswehr sind vielfach auch in ausländischen Einsätzen aktiv. Dies schlägt sich natürlich auch in der Besoldung wieder. Für Soldaten in Auslandseinsätzen wird der sogenannte Auslandsverwendungszuschlag gezahlt. Dieser gilt unabhängig von dem Dienstgrad und der Funktion des Soldaten und ist zudem steuerfrei.

Die Höhe des Zuschlags hängt von dem jeweiligen Einsatzort fest. Die verschiedenen Bundeswehreinsätze im Ausland erhalten eine sogenannte AVZ-Stufe. Die Stufe richtet sich nach dem Einsatzort der Soldaten und den zu erwarteten Gefahren. Insgesamt gibt es sechs AVZ-Stufen, wobei der Zuschlag bei Stufe 1 aktuell bei 30 Euro am Tag liegt. Soldaten, die an Orten der AVZ-Stufe 6 im Dienst sind, erhalten 110 Euro am Tag zusätzlich. In dem Falle liegen häufig kriegsähnliche Zustände oder vergleichbare Gesundheitsgefährdungen, wie beispielsweise Ebola, vor.

Fürsorge nach dem Dienst

Wie schon erwähnt, sind Bundeswehrsoldaten im Zuge der Fürsorge des Dienstherren von der Krankenversicherung ausgenommen. Dies ist jedoch nicht die einzige Ausnahme bei der Besoldung. Soldaten zahlen generell nur Steuern und keine Sozialversicherungsbeiträge. Allerdings besteht die Verpflichtung, dass sie sich selbst bei einer Pflegeversicherung versichern müssen. Auch in Hinblick auf die Rente hat der Gesetzgeber in den vergangenen Jahren Maßnahmen ergriffen, um die Fürsorge für die Soldaten auszuweiten.

Eine wichtige Rolle beim Thema Fürsorge spielt auch der Dienstaustritt. Mit der Hilfe von Übergangsgebührnissen und der Übergangsbeihilfe soll die Rückkehr in das zivile Leben erleichtert werden. Die Übergangsbeihilfe richtet sich nach der Dauer der Dienstzeit. Bei ihr handelt es sich um eine Einmalzahlung, die Soldaten am Ende des Dienstverhältnisses erhalten. Die Übergangsgebührnisse sind quasi eine Art Übergangs- oder Arbeitslosenhilfe. Sie betragen in der Regel 75 Prozent der letzten Besoldung, können aber gekürzt werden, wenn man ein Einkommen erzielt. Nimmt man an einer geförderten Bildungsmaßnahme teil, steigen sie dagegen auf 90 Prozent.