Dienstgrade

Die Dienstgrade der Bundeswehr

Als Bundeswehr werden die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet. Im Frieden ist der Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland der Inhaber der Befehls- und Kommandogewalt. Im Verteidigungsfall gehen diese Gewalten auf den amtierenden Bundeskanzler über. Die Bundeswehr ist eine Parlamentsarmee, die einen bewaffneten Einsatz nur auf Beschluss des Parlaments durchführen darf.

Das Hoheitszeichen der deutschen Bundeswehr ist das Eiserne Kreuz. Als Hoheitszeichen wird es auch zur Erkennung benutzt und vor allem außen an Fahrzeugen gut sichtbar angebracht.

Die Bundeswehr kennt 7 verschiedene Dienstgrade

Um eine effektive Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland gewährleisten zu können, muss die Bundeswehr effizient arbeiten können und benötigt eine klare und einfach Befehlsstruktur um im Ernstfall schnell und zielorientiert eingreifen zu können. Eine solche Struktur, die sich in unterschiedlichen Dienstgradgruppen und Dienstgraden ausdrückt ist auch ausdrücklich in der Genfer Konvention so vorgesehen. Bei der Deutschen Bundeswehr gibt es insgesamt 7 Dienstgradgruppen (vom höchsten zum niedrigsten Dienstgrad): Generale, Stabsoffiziere, Hauptleute, Leutnante, Unteroffiziere mit Portepee, Unteroffiziere ohne Portepee und Mannschaften. Jede dieser Dienstgradgruppen beinhaltet mehrere Dienstgrade. An die Dienstgrade ist unter anderem auch die Besoldung der Berufssoldaten geknüpft. Je nach Zugehörigkeit zum Heer, zur Luftwaffe und der Marine unterscheiden sich die Namen der Dienstgrade. Die Anordnung des Bundespräsidenten definiert für die Bundeswehr 24 Dienstgrade und 85 Dienstgradbezeichnungen:

1. Gruppe – Generale:

Die höchste Gruppe der Dienstgrade ist die der Generale. Zu ihr zählen die verschiedenen Dienstgrade der Generale und Admirale. 2012 gab es erstmals seit langer Zeit wieder weniger als 200 Generale in der Bundeswehr, was angesichts schrumpfender Zahlen an Soldaten durchaus sinnvoll erscheint.

2. Gruppe – Stabsoffiziere

Die zweite Gruppe sind die Stabsoffiziere. Zu den Stabsoffizieren gehören zum Beispiel der Obst, der Oberstleutnant und der Major. Bei der Marine fallen unter anderem der Forvettenkapitän und der Kapitän zur See, aber auch der Flottenarzt in diese Gruppe. Aufgrund der Befehlskette der Bundeswehr können Stabsoffiziere allen Hauptleuten, Leutnanten, Unteroffizieren mit Portepee, Unteroffizieren ohne Portepee und Mannschaften Befehle erteilen. Normalerweise dienen Stabsoffiziere nicht direkt bei der Truppe sondern sind in leitenden Positionen angestellt wie zum Beispiel als Referatsleiter im Ministerium. Oft dienen sie aber auch als Dozenten in der Ausbildung der Bundeswehr. Voraussetzung für eine mögliche Ernennung zum Stabsoffizier ist die Zugehörigkeit zu einer der Laufbahnen der Laufbahngruppe der Offiziere.

Auch die beiden folgenden Gruppen gehören noch zu den Gruppen der Offiziersdienstgrade.

3. Gruppe – Hauptleute

Die dritte Hauptgruppe im Dienst der Bundeswehr sind die Hauptleute. Zu ihnen zählen der Stabshauptmann, der Stabskapitänleutnant, der Hauptmann, der Stabsarzt und zum Beispiel der Kapitänleutnant.

4. Gruppe – Leutnante

Die vierte Gruppe ist die der Leutnante. Zu ihr gehören der Oberleutnant und der Leutnant. Leutnante befinden sich meistens in ihrer Zeit als Leutnant noch im Studium. Bis zu ihrem Abschluss haben sie mit der richtigen Bundeswehr vor allem in Truppenpraktika Kontakt.

Wer Offizier ist

Offiziere der Bundeswehr

Offizier ist also, wer einer der ersten 4 Dienstgradgruppen der Bundeswehr angehört. Per Definition gilt: „Offizier der Bundeswehr ist, wer einen Dienstgrad trägt, der gemäß Anordnung des Bundespräsidenten über die Dienstgradbezeichnungen und die Uniform der Soldaten Offizieren vorbehalten ist.“ Eine Direkteinstellung als Offizier ist zwar durchaus möglich, meistens hat ein Offizier aber vorher in unteren Dienstgraden gedient. Voraussetzung ist, dass man den Bundeswehr Einstellungstest Offizier bestanden hat.

5. Gruppe – Unteroffiziere mit Portepee

Die fünfte Gruppe und die erste, die nicht den Offizieren zugerechnet werden kann ist die Gruppe der Unteroffiziere mit Portepee. Zu ihr zählen alle Dienstgrade vom Oberstabsfeldwebel bis hin zum einfachen Feldwebel. Umgangssprachlich wird die gesamte Gruppe der Unteroffiziere mit Portepee als Feldwebel bezeichnet. Feldwebel dürfen aufgrund der Rangordnung der Bundeswehr den Mannschaften und den Unteroffizieren ohne Portepee Befehle erteilen. Feldwebel sind beispielsweise Gruppenführer oder Kommandanten auf Panzern. Zeitsoldaten und Reservisten können zum Feldwebel ernannt werden. Voraussetzung dafür ist, dass sie den Bundeswehr Einstellungstest Feldwebel bestanden haben. Auch hier ist aufgrund besonderer Kenntnisse eine Direkteinstellung möglich, normalerweise haben Feldwebel aber vorher als Stabsunteroffizier gedient.

6. Gruppe – Unteroffiziere ohne Portepee

Die sechste Gruppe sind die Unteroffiziere ohne Portepee. Diese Dienstgradgruppe umfasst die rangniedrigeren Unteroffiziersdienstgrade. Zur ihr gehören der Stabsunteroffizier und der Unteroffizier. Unteroffiziere ohne Portepee dürfen den Mannschaften Befehle erteilen. Berufssoldaten, Zeitsoldaten und Reservisten können Unteroffizier ohne Portepee werden.

7. Gruppe – Mannschaften

Die siebte und unterste Gruppe der Rangordnung der Bundeswehr bilden die Mannschaften. Zu ihr zählen der Oberstabsgefreite, der Stabsgefreite, der Hauptgefreite, der Obergefreite, der Gefreite und der Soldat. Zugehörige dieser Gruppe können niemals allein aufgrund ihres Rangs Befehle erteilen. Mannschaften werden nach der Ausbildung zum Beispiel als Kraftfahrer, bei der Infanterie oder im Wachdienst eingesetzt. In die entsprechenden Dienstgrade können Zeitsoldaten, freiwillig Wehrdienstleistende und beorderte Reservisten ernannt werden. Im 9 Monate dauernden Pflichtwehrdienst wurden die Wehrpflichtigen normalerweise bis in den Rang eines Obergefreiten befördert.

Die Bundeswehr ist auch zivil

Bei der Bundeswehr gibt es neben der militärischen Karriere auch die Möglichkeit zivil unterzukommen. Der Bereich um zivil Karriere machen zu können ist bei der Bundeswehr ähnlich klar strukturiert wie auch der militärische Teil. Vor allem auch in der Bundeswehrverwaltung stehen Karrierechancen offen. Wer bei seinem Einstieg ein Abitur oder Fachabitur mitbringt kann beispielsweise bei der Bundeswehr bei vollem Gehalt studieren oder im gehobenen nichttechnischen Dienst oder im gehobenen naturwissenschaftlichen Dienst einsteigen. Mit einem Realschulabschluss steht der Weg in den mittleren Dienst offen und mit einem Hauptschulabschluss sind beispielsweise zahlreiche verschiedene Ausbildungsberufe im Angebot der Bundeswehr.


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