Eignungsprüfung beim Bundesheer (Österreich)

Wer beim Bundesheer in Österreich Karriere machen möchte, der muss eine Eignungsprüfung absolvieren. Anhand des Tests wird festgelegt, ob man für Mannschaft, für die Laufbahn als Unteroffizier oder die Laufbahn als Offizier tauglich ist. Das Ergebnis hat eine Gültigkeit von einem Jahr. So lange hat man Zeit, um in der gewählten Laufbahn beim Bundesheertatsächlich einzusteigen. Insgesamt dauert der Einstellungstest drei Tage.

Der erste Tag

Die Eignungsprüfung beginnt am ersten Tag mit einer ausführlichen medizinischen Untersuchung. Bewerber müssen Urin und Blut abgeben sowie einen Fragebogen ausfüllen. Die Proben werden nicht nur auf Krankheiten, sondern auch auf Drogen und Medikamente untersucht. Anschließend geht es mit weiteren medizinischen Tests weiter. Hierzu gehören neben einem Sehtest und einem Hörtest beispielsweise auch ein EKG und das Messen des Gewichts. Darüber hinaus absolvieren manche Teilnehmer ein Belastungs-EKG beziehungsweise einen Egometer-Test.

Der zweite Tag – Sport

Am zweiten Tag widmet sich die Eignungsprüfung zunächst der Fitness der Teilnehmer. Im Sporttest werden sowohl Kraft als auch Ausdauer überprüft, wobei dies an Land und im Wasser geschieht. Anhand der Leistungen werden Punkte vergeben, die man am Ende addiert. Für die Eignungsfitness benötigt man insgesamt acht Punkte, für die Basisfitness sind es zwölf. Zudem muss man in jeder der vier Disziplinen mindestens einen Punkt holen. Schafft man dies, kann man schlechtere Disziplinen durch bessere ausgleichen.

Den Auftakt machen Liegestütze. Für einen Punkt benötigen Frauen mindestens 9 Wiederholungen, bei Männern sind es 17. Danach schließt sich der Ausdauerlauf an. Insgesamt muss eine Strecke von 2400 Metern absolviert werden. Die Zeit für einen Punkt liegt bei Frauen bei 13:30 Minuten, bei Männern sind es 12:30 Minuten. Hat man den Lauf absolviert, geht es mit der Übung Jump & Reach weiter. Hier muss man aus dem Stand so hoch wie möglich springen. Einen Punkt bekommen Frauen, wenn sie 32 Zentimeter erreichen, bei Männern sind es 42 Zentimeter. Jeder Teilnehmer hat drei Versuche. Zum Abschluss wartet dann mit Klimmzügen im Schräghang noch einmal eine Kraftübung. Frauen müssen mindestens 7 erfolgreiche Klimmzüge schaffen, Männern benötigen 12.

Die Schwimmfähigkeiten sind in der Eignungsprüfung des Bundesheers als Ausdauertest aufgebaut. Die Bewerber müssen aus einem Meter Höhe in das Wasser springen und anschließend 15 Minuten ohne Pause schwimmen. Dabei muss ein Brust- oder Kraulstil eindeutig erkennbar sein.

Der zweite Tag – Theorie

Die Eignungsprüfung für die militärische Laufbahn in Österreich verlangt von den Bewerbern nicht nur sportliche Fähigkeiten ab. Am zweiten Tag finden auch theoretische Tests wie ein Rechentest oder ein Test zur Merkfähigkeit statt. Die Merkfähigkeitwird beispielsweise mit zwei Aufgaben überprüft. So muss man zum einen einen Text lesen und sich Zahlen, Daten und Fakten daraus merken. Diese werden danach abgefragt. Zudem werden den Bewerbern Symbole gezeigt, die anschließend ebenfalls wieder identifiziert werden müssen.

Der Rechentest überprüft die Kenntnisse in den Grundrechenarten, Umrechnungen, Gleichungen und Bruchrechnung, darüber hinaus werden Textaufgaben gestellt. Weiterhin gibt es einen Deutschtest, bei dem es um die Rechtschreibung, Grammatik und Wortschatz geht. Beide Tests sind allerdings kein KO-Kriterium für jemanden, der sich für die Mannschaft bewirbt. Wer eine Laufbahn als Offizier oder Unteroffizier anstrebt, sollte hier aber gut abschließen.

Der zweite Tag – Gespräch

Neben den verschiedenen Tests erfolgt während der Eignungsprüfung am zweiten Tag auch ein Gespräch mit einem Psychologen. Hier werden beispielsweise Fragen gestellt wie: Würden sie für das Bundesheer in Österreich umziehen? Würden sie an einem Auslandseinsatz teilnehmen. Auch findet an dem Tag noch eine Gruppendiskussion mit anderen Teilnehmern statt und man muss eine Präsentation halten. Für diese bekommt man zehn Minuten Vorbereitungszeit, der Vortrag sollte ziemlich genau vier Minuten dauern.

Der zweite Tag – Nacht

Auch wenn der Tag der Eignungsprüfung schon relativ anstrengend ist, warten in der Nacht weitere Aufgaben auf die Bewerber. So gegen 1.30 Uhr in der Nacht müssen alle Teilnehmer am Test noch einmal Konzentrations- und Merkaufgaben absolvieren. Neben dem schon erwähnten Symboltest gilt es hier, unterschiedlich große Schrauben und Muttern einander zuzuordnen. Zudem gibt es noch einmal ein Merktest für die Teilnehmer sowie ein abschließender nu-Test. Bei diesem müssen in einem Text die Buchstaben ‚u‘ nach einem ’n‘ angestrichen werden.

Hilfe nutzen

Da die Eignungsprüfung für das Bundesheer durchaus keine leichte Aufgabe ist, bietet es sich an, die Vorbereitungsmöglichkeiten zu nutzen. Das Bundesheer lädt alle, die eine freiwillige Meldung zum Ausbildungsdienst abgegeben haben, zu einem Vorbereitungswochenende ein. An dem Wochenende kann man sich noch einmal genau über die Aufgaben informieren. Zudem helfen Trainer den Bewerbern weiter und arbeiten mit ihnen auf Wunsch einen Trainingsplan aus. Pro Monat wird mindestens ein solches Vorbereitungswochenende angeboten.

Wie geht es weiter?

Der dritte Tag der Eignungsprüfung hat noch eine letzte Hürde zu bieten. Es gibt noch einmal ein Gespräch mit einem Psychologen. Dieser geht die Erfahrungen mit den Teilnehmern durch und fragt aber auch nach deren Zukunftsabsichten. Im Anschluss erhält man sein finales Ergebnis. Anhand dessen wird dann klar, für welche Laufbahn man sich eignet. Der Bewerber kann nun eine Wunscheinheit angeben. Danach ist die Eignungsprüfung beendet.

Nun heißt es für die angehenden Berufssoldaten warten bis zum Einrücktermin. Im Falle von Offizieren und Unteroffizieren ist dieser entweder im März oder im September. Alle anderen Soldaten können auch zu anderen Terminen eingezogen werden. Mit dem Dienstantritt beginnt dann die Ausbildung.

Fazit

Die Eignungsprüfung beim Bundesheer in Österreich verlangt von den Teilnehmern einiges ab. Vor allem am zweiten Tag warten mit dem Sporttest, dem theoretischen Test und dem psychologischen Test anstrengende Aufgaben. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, im Vorfeld ausgiebig zu üben und zu trainieren. Auch das Vorbereitungswochenende, welches das Bundesheer anbietet, ist eine gute Möglichkeit, um sich auf die Aufgaben einzustimmen.