Erfahrungsbericht Bundeswehr Erfurt

Dieser Erfahrungsbericht wurde uns von Kai zur Verfügung gestellt! Er hat sich Ende 2017 bei der Bundeswehr beworben und wurde Mitte Januar 2018 zum Einstellungstest nach Erfurt eingeladen. Von seinen Erfahrungen berichtet er euch in folgendem Erfahrungsbericht! Viel Spaß beim Lesen und nochmal vielen Dank an Kai! Wir wünschen Dir alles Gute für deine Zukunft bei der Bundeswehr!


Hey, ich bin Kai, 16 und (Achtung: Spoiler Alarm) demnächst Soldat. Schon als kleiner Junge wollte ich zur Bundeswehr gehen, es war einfach mein größter Traum eine so verantwortungsvolle Aufgabe zu haben und diese dann auszuführen.

Also habe ich mich bei meinem Karriereberater informiert und kurz darauf die Bewerbung abgeschickt, es gab Drei Gespräche wo besprochen wurde, Wieso ? Wohin ? Als was ? und ob man sich wirklich sicher ist. So gut so schön, Bewerbung abgeschickt, Zwei Monate später dann kam der Brief das ich zum Einstellungstest eingeladen bin.

Der große Tag – Der Einstellungstest

Am 13.1.2018 durfte ich dann nach Erfurt, Ticket wurde gestellt und Unterkunft natürlich auch.

Die Anfahrt erfolgte für Kai mit dem Zug
Die Anfahrt erfolgte für Kai mit dem Zug

Anreise war bis 16:00, alle hatten sich auch perfekt eingefunden und waren pünktlich. Es gab keine Ausnahmen d.h. alle haben sich top verstanden (wir haben schließlich alle das selbe Ziel verfolgt). Wir waren ungefähr 25 Leute aus allen Teilen Deutschlands, die Mischung war sehr gut, es war Hälfte Männer und Hälfte Frauen.

Am Abend hatten wir ein Gespräch in der Gruppe mit einem Hauptmann, dieser hat uns den ganzen Ablauf in den 2 1/2 Tagen erklärt, er war sehr nett und zuvorkommend. Die Einführung ging ungefähr eine Stunde und war nicht langweilig. Danach sind wir in kleineren Gruppen (wer halt auf was Lust hat) essen gegangen. Untergebracht waren wir in einem Hotel, wo wir uns allerdings nur frühs und abends aufgehalten haben. Nachdem wir essen waren sind wir mit dem gestellten Bus ins Hotel gefahren. Dort haben wir unsere Zimmer bekommen, wo jeweils Zwei Leute rein durften. Mann oder Frau war egal.

Der 1. Testtag – der CAT Test

Der CAT Test bei der BundeswehrDer erste Tag, alle waren nervös und angespannt, es ging für einige zu  dem berühmten CAT Test und andere fingen mit der ärtzlichen Untersuchung an. Ich durfte mit 15 anderen zu erst zum CAT, natürlich waren wir sehr aufgeregt und verrückt, da man ja immer viel gehört hat und liest.Wir sind alle in den Raum gerufen wurden und gingen zu unseren zugeteilten Plätzen. Bekommen haben wir einen Stift, einen Zettel und Kopfhörer zur Unterdrückung für geräusche und Lärm im Raum.

Nun ging es los, alles wurde still und die Einweisung begann. Die Dame vorne erklärte uns wie es funktioniert: man bedient NUR die Maus und man hat vor jeder Aufgabe eine Übungsaufgabe damit man auch versteht, wie das funktioniert. Sollte man diese verhauen haben kam die Frau zu uns und hat es erklärt.

Danach kamen die „echten“ Aufgaben. Ein buntes Spektrum aus:

  • Mathe Aufgaben (Plus, Minus, Mal, Durch, Prozent und Bruch)
  • deutsche Rechtschreibung
  • Englisch Kenntnisse
  • kleine Physik Aufgaben
  • fachbezogene Aufgaben (Abhägnig für was man sich beworben hat)
  • personenbezogene Fragen welche nicht als richtig oder falsch gekennzeichnet wurden

Bei den personenbezogenen Fragen wurden unter anderem Dinge gefragt wie: „Haben Sie schon mal gestohlen?“, „Waren oder sind Sie Teil von extremistischen Gruppen?“ All solche Dinge die u.a. das Verhältniss zur Bundeswehr beeinflussen könnten.

Das Ganze war angesetzt für 3 Stunden. Manche haben die Zeit voll ausgenutzt, manche nicht. Ich persönlich fande es ziemlich leicht und man braucht keine Angst davor haben. Ich habe z.B. ein Realschulzeugnis mit einem Notendurchschnitt von 2,4.

Nachdem CAT hieß es warten, warten und warten. Das war immer das Schlimmste.

Die ärztliche Untersuchung

Ärztliche Untersuchung
Ärztliche Untersuchung

Nach ungefähr einer Stunde ging es zum Arzt. Dort wurde man gemessen, gewogen, auf Drogen getestet (mittels eines Urintests). Die Fitness wurde getestet in Form von Ruhepuls Messung und der Messung des Puls nach 20 Kniebeugen. Die Krankheitsgeschichte wurde auseinander genommen: z.B. ob Krankheiten in der Familie oder persönlich vorhanden sind. Zu guter Letzt wurden noch die Genitalien gecheckt. Das ist das wovor die meisten auch riesen „Panik“ haben. Das hatte ich auch, aber das ist halb so wild gewesen. Man musste sich weder ganz ausziehen o.ä. Die Ärztin bat einen sich auf die Liege zu legen und zog die Unterhose leicht herunter. 

Danach hat man seinen Tauglichkeitsgrad bekommen, ich bekam T2, da ich 4cm zu klein bin. Wie es jedoch bei Frauen aussieht kann ich nicht sagen.

Diese Untersuchung darf man auch von dem Arzt seines Vertrauens machen lassen und die Resultate mitbringen, jedoch kann man die 20 Sekunden dort durchaus aushalten.

Das Ganze dauerte ungefähr 30 Minuten, danach hieß es wieder warten… Nun kamen diverse Fragebögen und entsprechende Fragen, über die persönliche Einstellung und Fragen aus dem CAT. Damit wollte man schauen, ob die Wahrheit gesagt wurde und sich die Ergebnisse überschneiden oder ob es unstimmigkeiten gab.

Das war Tag 1, die Hälte war also geschafft. Es ging wieder zurück ins Hotel. Im Bus hat man die Aufregung nachtragend von dem CAT noch gespürt. Alle haben natürlich darüber geredet. Letztendlich machte sich dann doch die Erleichterung breit.

Der 2. Testtag – der Sporttest

Die Bundeswehr setzt bei allen Bewerbern eine gute körperliche Fitness und Sportlichkeit voraus.
Sporttest

Um 5:00 Uhr klingelt der Wecker, schnell frisch machen und Frühstücken so das man es um 6:00 in den Bus geschafft hat. Dieser Tag war ziemlich entscheidend, es folgten Sporttest, Psychologisches Gespräch und Auswertung. Nachdem wir in der Kaserne eingetroffen sind, wurden wir wieder in zwei Gruppen gesplittet. Manche fingen mit dem Gespärch an und andere mit dem Sporttest. Ich durfte mit 9 anderen zum Sport, wir wurden in die Umkleide geschickt um uns umzuziehen und dann durften wir dort noch 20 Minuten warten.

Danach gingen wir in die Sporthalle, wo uns erklärte wurde was die „Disziplinen“ sind. Es gab den Klimmhang (Kraft), wo man sich solange wie möglich mit dem Kinn über eine Stang hält. Einen Pendellauf (Schnelligkeit), da startet man liegend auf einer Matte mit den Händen auf den Rücken, nachdem Pfiff musste man lossprinten, um einen Kegel in 10 Metern Entfernung laufen und wieder zurück auf die Matte und hinlegen. Das ganze 11 Mal im Sprint. Zu guter Letzt und das war meiner Meinung nach das schwierigste, das Ausdauer Training, man setzte sich auf ein Ergometer (Fahrrad) und musste so schnell wie möglich 3000m schaffen. Das Maximum waren 6:30 Min. Bis auf eine hatten wir es alle geschafft. Sollte man etwas nicht bestanden haben, konnte man dies wiederholen bzw. das Sportabzeichen machen.

Meine Ergebnisse waren relativ gut. Ich habe eine Gesamtnote von 1,76 bekommen.

Klimmhang: 86 Sekunden (Minimum waren 5 Sekunden)

Sprint: 38 Sekunden (Maximum 60 Sekunden)

Ausdauer:  4:38 Minuten (Maximum 6:30 Minuten)

Danach hieß es Duschen und umziehen.

Das Gespräch

Vorstellungsgespräch BundeswehrNun ging es zum Gespräch, wo jeder einzeln mit einem Offizier und einer Psychologin reden musste. Davor natürlich noch warten, ungefähr 2 Stunden. Was genau in dem Gespärch besprochen wurde darf man nicht erzählen. Jedoch kann ich sagen, dass meins eine Stunde dauerte und es wurden personenbezogene und allgemeine Fragen gestellt, u.a. wie man wo handeln würde oder wie man zu etwas steht. Beide waren sehr höflich und nett, jedoch haben sie immer die Aufgabe einen aus der Reserve zu locken. Das Gespräch ist auch das, was am entscheidendsten ist. Dazu kann man nur sagen: einfach ehrlich, höflich und realistisch bleiben mit dem was man sagt und macht.

Der Tag war vorbei und man wusste welche Laufbahn man einschlagen darf. Ich habe mich für die Mannschaften beworben, da ich sehen wollte wie man „ganz unten“ arbeitet und wie es sich anfühlt.Das habe ich auch geschafft und durfte die Laufbahn einschlagen.

3. Tag – der Einplaner

Heute ging es zum Einplaner, dem BFD und den Antritt zur Heimreise. Wieder früh aufgestanden, gefrühstückt und schnell zum Bus. 23 Leute haben es geschafft. Eventuell nicht alle als das was sie wollten. Es sind nur 2 aufgrund von Drogen „rausgeflogen“, aber niemand, weil er/sie „zu doof“ ist.

Beim Einplaner hat man besprochen was man werden möchte und was dementpsrechend frei ist. Ich wollte den Decksgast und habe den Platz auch bekommen.

Danach ging es zum BFD, welcher keinen Bock auf die Leute hatte. Somit dauerte das Ganze nur 5 Minuten. (Er erzählte nur was man nach DZE machen kann). Der Tag war um 11:00 Uhr gelaufen und man konnte gehen. Man hat sich untereinander verabschiedet und sein Ticket geholt. Nun zum Bahnhof und die drei Tage wirken lassen.

Ich hoffe ich konnte euch ein wenig beruhigen und euch einen Einblick geben wie die Musterung von statten geht!

Mit besten Grüßen, Kai 🙂

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