Sporttest bei der Bundeswehr

Karriere dank körperlicher Fitness

Sporttest BundeswehrJobs bei der Bundeswehr sind sehr begehrt: Sie gelten als sicher, gut bezahlt und es gibt reichlich Karriere-Chancen in unterschiedlichsten Aufgabenbereichen. Besonders jene BewerberInnen, die sich längerfristig als Zeitsoldat/-in verpflichten und beim Heer, der Marine oder der Luftwaffe aktiv werden wollen, müssen über eine gute körperliche Fitness verfügen. Für viele SchulabgängerInnen stellt eine Ausbildung bzw. ein Studium bei der Bundeswehr eine lukrative Alternative zu Ausbildungen in der freien Wirtschaft dar. Doch längst nicht alle Jugendlichen sind in ihrer Freizeit sportlich aktiv und so bestehen manchmal zu Recht Bedenken, ob die sportliche Leistungsfähigkeit für den Bundeswehr-Sporttest ausreichend ist.

Im Rahmen des Einstellungstestes bei der Bundeswehr steht neben dem Computertest, der medizinischen Untersuchung und einem Bewerbungsgespräch auch der Sporttest an. Wer sich bewerben will, sollte also auch körperlich in Form sein.

Der Sporttest der Bundeswehr nennt sich seit 2010 Basis-Fitness-Test oder abgekürzt BFT. Bis dahin wurde er offiziell als Physical Fitness Test(PFT) bezeichnet. Es dauerte jedoch bis 2014, bis der BFT anstelle des PFT bundesweit bei den Bundeswehr BewerberInnen zum Einsatz kam. Folglich herrscht noch immer Verunsicherung bezüglich Disziplinen, Anforderungen und der Bewertung des Sporttests – nicht zuletzt, weil im vorhergehenden Physical Fitness Test weitere Disziplinen, wie zum Beispiel Standweitsprung, Sit-ups und Liegestütze, getestet wurden.

Welche sportlichen Disziplinen werden nun im aktuellen Basis-Fitness-Test(BFT) getestet? Welche Anforderungen werden in diesem Sporttest der Bundeswehr gestellt? Wie werden sie mit dem Punktesystem bewertet? Wie viel Punkte benötigt man, um ihn zu bestehen? Werden Frauen und Männer im Sporttest unterschiedlich bewertet? Für welche Einsatzbereiche ist Sport besonders wichtig? Wie fördert die Bundeswehr SportlerInnen? Auf diese Fragen wollen wir im Folgenden eingehen.

 

Sporttest Bundeswehr – Welche 3 Disziplinen werden im BFT getestet?

DerBasis-Fitness-Test stellt die individuelle sportliche Leistungsfähigkeit der Bundeswehr-BewerberInnen fest. Schnelligkeit, Kraft und Ausdauer – die für den Soldatenberuf wichtigen motorischen Fähigkeiten – sollen im Sporttest ermittelt werden. Bei den unten genannten Anforderungen handelt es sich um die Mindestanforderungen, die jede/r BewerberIn erfüllen muss. Laut Informationen von bundeswehreigenen Webseiten ist der Sporttest in folgende Disziplinen und zeitliche Anforderungen aufgegliedert:

 

  1. 11 x 10 Meter Sprinttest (auch als Pendellauf bezeichnet); dafür stehen maximal 60 Sekunden zur Verfügung
    Als Erstes werden im BFT die Sprintfähigkeiten der Teilnehmer überprüft. Für den Test liegt man zunächst einmal auf einer Matte auf dem Bauch. Mit dem Startpfiff gilt es, auf die Beine zu kommen, eine zehn Meter entfernte Pylone zu umrunden und wieder zur Matte zurückzukehren. Anschließend legt man sich wieder auf den Bauch, klatsch die Hände hinter dem Rücken zusammen und beginnt die Übung von vorn. Nach dem sechsten Aufstehen muss man nur noch bis zur Pylone sprinten, dann wird die Zeit angehalten. Um diesen Teil des BFT zu bestehen, sollten Teilnehmer die gesamte Strecke in unter 60 Sekunden absolvieren.

 

  1. Klimmhang; dieser muss mindestens 5 Sekunden lang erfolgen
    Hat man seine Sprintfähigkeiten unter Beweis gestellt, geht es mit der Kraftaufgabe des BFT weiter. Für diese hängen sich die Bewerber an eine Klimmzugstange, wobei sie sich so weit hochziehen müssen, dass sich das Kinn über der Stange befindet. Gemeinsam mit einem Pfiff wird die Starthilfe, auf der man noch gestanden hat, entfernt und der Teilnehmer hängt frei in der Luft. Nun gilt es, diese Stellung so lang wie möglich zu halten. Das Minimum für den BFT sind fünf Sekunden.

 

  1. 3000 Meter mit dem Fahrradergometer (FET) in maximal 6.30 Minuten (der FET hat den 1000 Meter Lauf abgelöst)
    Wie schon erwähnt, gibt es im Auswahlverfahren für angehende Soldaten keinen 1000-Meter-Lauf, stattdessen kommt ein Ergometer zum Einsatz. Die Teilnehmer absolvieren auf einem computergestützten Fahrradergometer eine Strecke von 3000 Meter. Auch hier gilt wieder die Maximalzeit von 6 Minuten und 30 Sekunden. Die Wattzahl kann von jedem Teilnehmer selbst eingestellt werden. Einzige Voraussetzung ist, dass sie nicht unter 30 Umdrehungen pro Minuten fallen darf.

 

Durchführung Sporttest: Die drei oben genannten Disziplinen sind nacheinander zu bewältigen. Insgesamt stehen dafür 90 Minuten Gesamtzeit zur Verfügung. Bricht jemand einen der drei Tests vorzeitig ab oder wird mehr als die vorgegebene maximale Zeit eines Testes benötigt, so gilt der Sporttest als nicht bestanden. Jedoch kann der BFT nach einem halben Jahr wiederholt werden.

Wer bereits als Soldatin oder Soldat bei der Bundeswehr tätig ist, muss den Basis-Fitness-Test jährlich wiederholen, um seine körperliche Fitness weiterhin unter Beweis zu stellen.

 

Bewertung des Sporttests der Bundeswehr mittels Punkten

Die Bewertung erfolgt anhand von Punkten
Die Bewertung erfolgt anhand von Punkten

Die im BFT ermittelten Leistungen werden in ein Punktesystem umgerechnet, das auf sportwissenschaftlicher Basis beruht. Hierzu gibt es dann die entsprechende Punktetabelle, aus der abgelesen werden kann, ob der Testteil bestanden wurde oder nicht. In den einzelnen Disziplinen müssen jeweils mindestens 100 Punkte erreicht werden. Wer beispielsweise den Klimmhang für 5 Sekunden hält, bekommt dafür 100 Punkte. Das ist die niedrigste zu erreichende Punktzahl und zugleich die Mindestanforderung, die als ‚ausreichende Leistung‘ bewertet wird. Wer den Klimmhang hingegen z.B. für 45 Sekunden hält, bekommt 300 Punkte, die als ‚gute Leistung‘ bewertet werden. ‚Sehr gute Leistung‘ gibt es ab 400 Punkten; dafür muss man den Klimmhang für mind. 65 Sekunden halten. Wer im Sprinttest ein ‚sehr gut‘ erreichen will, muss die 11×10 Meter in 41,99 Sekunden sprinten, statt in der Maximalzeit von 60 Sekunden (100 Punkte und somit ausreichende Leistung).

Im Basis Fitness Test werden genetisch bedingte Geschlechter- sowie Altersunterschiede berücksichtigt. Da sich die Leistungsfähigkeit in einer Gesellschaft mit einer immer höheren Lebenserwartung laut Prof. Dr. Georg Hackfort verschiebt, wird der Geschlechtszuschlag bzw. der Alterszuschlag weiterhin angepasst, damit man bezugsgruppenspezifischen Grundlagen gerecht werde.

Insbesondere durch die Einführung des Fahrradergometer-Tests (FET) wurde eine wissenschaftlich einwandfreie und per Computerdaten nachweisbare Grundlage zur Bewertung geschaffen. Die Auswertung der Messergebnisse erfolgt vollautomatisch und Messfehler sind ausgeschlossen. Daher hat der Fahrradergometer-Test (FET) inzwischen den 1000-m-Lauf abgelöst.

Der BFT muss in allen Karrierecentren der Bundeswehr, die den Sporttest durchführen, sowie im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr (ACFüKrBw) in der gleichen Art aufgebaut und durchgeführt werden; so sind bundesweit vergleichbare Testergebnisse gewährleistet.

 

Fitness in Österreich und der Schweiz

Österreich und SchweizDas Thema Fitness spielt nicht nur bei der Bundeswehr eine große Rolle, auch die Schweizer Armee und das Bundesheer in Österreich legt großen Wert darauf, dass die eigenen Soldaten sportlich und fit sind. In der Schweiz setzt man dafür mit dem Swiss Army Physical Fitness Training auf ein neues Konzept. Dieses basiert auf modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen und soll dazu führen, dass die Soldaten noch sportlicher und gesünder leben. Es beinhaltet dabei rund vier Stunden Sport in der Woche sowie Ernährungspläne. In Österreich ist pro Tag eine Stunde Sport vorgesehen. Dies gilt insbesondere für die Rekruten des Bundesheers. Durch das Training soll neben der Kondition auch die Koordination verbessert werden.

 

Für welche Berufs- und Karrierewünsche bei der Bundeswehr ist Sport besonders wichtig?

Es gibt Aufgaben- bzw. Einsatzgebiete bei der Bundeswehr, die ganz besondere körperliche Fitness voraussetzen. Hierzu gehören beispielsweise die Scharfschützen der Luftwaffe. Sie können im Einsatz tage- oder wochenlang auf sich selbst gestellt sein; hierzu bedarf es neben guter körperlicher Fähigkeiten, sehr gutem Sehen und Hören auch einer sehr hohen psychischen Belastungsfähigkeit.

Kampftaucher Sonderkommando Spezialeinheit
Kampftaucher Sonderkommando Spezialeinheit

An Kampfschwimmer werden verschiedenste Anforderungen gestellt, die alle extrem gute sportliche Fähigkeiten voraussetzen. Sie werden tätig u. a. als Taucher, Fallschirmspringer, Kraftboot-Fahrer und wenn es die Situation erfordert, auch als Infanterist und Einzelkämpfer. Kampfschwimmer zählen zu den sportlichsten Soldaten in der Bundeswehr. Sie müssen triphibisch – zu Lande, zu Wasser und aus der Luft – einsatzfähig sein.

Auch die Gebirgsjäger sind sportlich sehr fit und vielseitig, um unterschiedlichste Aufgaben zu bewältigen. Sie müssen sich in unwegsamen Gelände sicher bewegen und kämpfen können; hierzu gehören die Fähigkeiten des Kletterns und Skifahrens.

 

Sportförderung bei der Bundeswehr

Für Sportlerinnen und Sportler bietet die Bundeswehr optimale Voraussetzung, da sie im Rahmen ihrer Spitzensportförderung talentierten SportlerInnen die Chance auf eine Sportkarriere ermöglicht. In verschiedenen Sportfördergruppen werden die LeistungssportlerInnen auf höchstem Niveau trainiert. Die Trainings- und Wettkampfzeiten nehmen dabei rund siebzig Prozent der Dienstzeit ein; nur die verbleibenden 30 Prozent des Dienstes werden für die militärische Aus- und Weiterbildung verwendet. Lediglich in der Zeit der militärischen Grundausbildung (zwei Monate) ist es den SportlerInnen untersagt, am Sporttraining und an Wettkämpfen teilzunehmen. Nach der Grundausbildung jedoch gilt es, sich gezielt auf Europa- & Weltmeisterschaften sowie die Olympischen Spiele vorzubereiten. Die Bundeswehr leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Position Deutschlands im Weltsport und wird zugleich der Bundesregierung gerecht, die den Hochleistungssport in Deutschland weiter fördern und somit SpitzensportlerInnen die gleichen Chancen wie in anderen Ländern geben will.

 

Wie wird man SportlerIn bei der Bundeswehr?

Hierzu muss man einen Antrag zur Aufnahme in eine Sportfördergruppe stellen. Dieser Antrag muss vom zuständigen Spitzenverband sowie dem Deutschen Olympischen Sportbund befürwortet werden. Nachdem diese Befürwortung vorliegt, wird der bzw. die Sportler/-in von der Bundeswehr einberufen. Er bzw. sie verpflichtet sich dann freiwillig als ‚Soldat/-in auf Zeit‘, in der Regel für zwei Jahre.

Die exakten Aufnahmekriterien, die für die Antragstellung erfüllt sein müssen, kann man auf der Bundeswehr-Homepage nachlesen.

 

Fazit

Wer sich für eine Karriere bei der Bundeswehr interessiert, der sollte sich langfristig auf viel Sport einstellen. So reicht es nicht einfach nur aus, den Sporttest im Einstellungsverfahren zu bestehen. Auch während der Laufzeit als Soldat wird die Fitness im jährlichen Abstand mit Hilfe des BFT überprüft. Dementsprechend müssen Bundeswehrsoldaten generell einen guten Fitnesszustand haben. Bewerber sollten sich im Vorfeld entsprechend auf den Test vorbereiten. Das Training ist vor allem dann effektiv, wenn es sowohl Kraft- als auch Ausdauerübungen enthält. Dabei macht es Sinn, möglichst vielfältig zu trainieren und sich nicht nur konkret auf die gestellten Aufgaben vorzubereiten. Mit unserem Programm kannst auch du dich effektiv auf deinen Einstellungstest bei der Bundeswehr vorbereiten!


 

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