Der Sporttest bei der Bundeswehr (BFT)

Die Bundeswehr erwartet von ihren Soldaten einen gewissen Fitnessgrad. Dies gilt wohlgemerkt nicht nur für Rekruten, sondern auch für Soldaten im aktiven Dienst. Um zu überprüfen, ob die Bundeswehrsoldaten nach wie vor fit für Armeealltag sind, wurde über viele Jahre der sogenannte „Physical Fitness Test“ eingesetzt. Seit 2010 ist dieser jedoch nicht mehr aktuell, stattdessen kommt der Basis-Fitness-Test zum Einsatz. Dieser muss von jedem Bundeswehrsoldaten ein Mal im Jahr absolviert werden.

Drei Disziplinen

Die erste Bekanntschaft mit dem BFT machen angehende Soldaten schon im Auswahlverfahren. Wer sich für die Bundeswehrbewirbt, der muss im Einstellungstest unter anderem den Basis-Fitness-Test bestehen. Dieser unterteilt sich generell in drei Disziplinen. Den Anfang macht ein Sprinttest, dann folgt der Klimmhang und zum Abschluss wartet ein 1000-Meter-Lauf. Letzterer wird im Auswahlverfahren durch einen Ergometer-Test ersetzt.

Der Sprinttest

Als Erstes werden im BFT die Sprintfähigkeiten der Teilnehmer überprüft. Für den Test liegt man zunächst einmal auf einer Matte auf dem Bauch. Mit dem Startpfiff gilt es, auf die Beine zu kommen, eine zehn Meter entfernte Pylone zu umrunden und wieder zur Matte zurückzukehren. Anschließend legt man sich wieder auf den Bauch, klatsch die Hände hinter dem Rücken zusammen und beginnt die Übung von vorn. Nach dem sechsten Aufstehen muss man nur noch bis zur Pylone sprinten, dann wird die Zeit angehalten. Um diesen Teil des BFT zu bestehen, sollten Teilnehmer die gesamte Strecke in unter 60 Sekunden absolvieren.

Klimmzughang

Hat man seine Sprintfähigkeiten unter Beweis gestellt, geht es mit der Kraftaufgabe des BFT weiter. Für diese hängen sich die Bewerber an eine Klimmzugstange, wobei sie sich so weit hochziehen müssen, dass sich das Kinn über der Stange befindet. Gemeinsam mit einem Pfiff wird die Starthilfe, auf der man noch gestanden hat, entfernt und der Teilnehmer hängt frei in der Luft. Nun gilt es, diese Stellung so lang wie möglich zu halten. Das Minimum für den BFT sind fünf Sekunden.

1000-Meter-Lauf

Zum Abschluss des BFT geht es noch einmal um Ausdauer. Beim 1000-Meter-Lauf gibt es eigentlich keine große Besonderheit. Viele dürften die Disziplin schon aus der Schule kennen. Wer erfolgreich sein möchte, der sollte höchstens eine Zeit von 6 Minuten und 30 Sekunden benötigen.

Alternative Ergometer

Wie schon erwähnt, gibt es im Auswahlverfahren für angehende Soldaten keinen 1000-Meter-Lauf, stattdessen kommt ein Ergometer zum Einsatz. Die Teilnehmer absolvieren auf einem computergestützten Fahrradergometer eine Strecke von 3000 Meter. Auch hier gilt wieder die Maximalzeit von 6 Minuten und 30 Sekunden. Die Wattzahl kann von jedem Teilnehmer selbst eingestellt werden. Einzige Voraussetzung ist, dass sie nicht unter 30 Umdrehungen pro Minuten fallen darf.

 

Die Ergebnisse im BFT

Neben der Tatsache, dass man für das Bestehen des BFT die Mindestwerte erfüllen muss, werden die Ergebnisse in der Regel in ein Punktesystem umgerechnet. Dieses erlaubt es, dass die Zahlen mit anderen Teilnehmern verglichen werden können, was beispielsweise wichtig ist, wenn nur eine bestimmte Anzahl von Bewerbern zugelassen werden soll. Der dabei genutzte Algorithmus macht es möglich, dass Alter und Geschlecht ausgeglichen werden, sodass man wirklich alle Teilnehmer miteinander ins Verhältnis setzen kann.

Fitness in Österreich und der Schweiz

Das Thema Fitness spielt nicht nur bei der Bundeswehr eine große Rolle, auch die Schweizer Armee und das Bundesheer in Österreich legt großen Wert darauf, dass die eigenen Soldaten sportlich und fit sind. In der Schweiz setzt man dafür mit dem Swiss Army Physical Fitness Training auf ein neues Konzept. Dieses basiert auf modernen wissenschaftlichen Erkenntnissen und soll dazu führen, dass die Soldaten noch sportlicher und gesünder leben. Es beinhaltet dabei rund vier Stunden Sport in der Woche sowie Ernährungspläne. In Österreich ist pro Tag eine Stunde Sport vorgesehen. Dies gilt insbesondere für die Rekruten des Bundesheers. Durch das Training soll neben der Kondition auch die Koordination verbessert werden.

Fazit

Wer sich für eine Karriere bei der Bundeswehr interessiert, der sollte sich langfristig auf viel Sport einstellen. So reicht es nicht einfach nur aus, den Sporttest im Einstellungsverfahren zu bestehen. Auch während der Laufzeit als Soldat wird die Fitness im jährlichen Abstand mit Hilfe des BFT überprüft. Dementsprechend müssen Bundeswehrsoldaten generell einen guten Fitnesszustand haben. Bewerber sollten sich im Vorfeld entsprechend auf den Test vorbereiten. Das Training ist vor allem dann effektiv, wenn es sowohl Kraft- als auch Ausdauerübungen enthält. Dabei macht es Sinn, möglichst vielfältig zu trainieren und sich nicht nur konkret auf die gestellten Aufgaben vorzubereiten. Mit unserem Programm kannst auch du dich effektiv auf deinen Einstellungstest bei der Bundeswehr vorbereiten!

Bundeswehr Sporttest?

Soldatin beim Test

Soldatin beim Test

Sporttest bei der Bundeswehr – Karriere dank körperlicher Fitness

Jobs bei der Bundeswehr sind sehr begehrt: Sie gelten als sicher, gut bezahlt und es gibt reichlich Karriere-Chancen in unterschiedlichsten Aufgabenbereichen. Besonders jene BewerberInnen, die sich längerfristig als Zeitsoldat/-in verpflichten und beim Heer, der Marine oder der Luftwaffe aktiv werden wollen, müssen über eine gute körperliche Fitness verfügen. Für viele SchulabgängerInnen stellt eine Ausbildung bzw. ein Studium bei der Bundeswehr eine lukrative Alternative zu Ausbildungen in der freien Wirtschaft dar. Doch längst nicht alle Jugendlichen sind in ihrer Freizeit sportlich aktiv und so bestehen manchmal zu Recht Bedenken, ob die sportliche Leistungsfähigkeit für den Bundeswehr-Sporttest ausreichend ist.

Im Rahmen des Einstellungstestes bei der Bundeswehr steht neben dem Computertest, der medizinischen Untersuchung und einem Bewerbungsgespräch auch der Sporttest an. Wer sich bewerben will, sollte also auch körperlich in Form sein.

Der Sporttest der Bundeswehr nennt sich seit 2010 Basis-Fitness-Test oder abgekürzt BFT. Bis dahin wurde er offiziell als Physical Fitness Test (PFT) bezeichnet. Es dauerte jedoch bis 2014, bis der BFT anstelle des PFT bundesweit bei den Bundeswehr BewerberInnen zum Einsatz kam. Folglich herrscht noch immer Verunsicherung bezüglich Disziplinen, Anforderungen und der Bewertung des Sporttests – nicht zuletzt, weil im vorhergehenden Physical Fitness Test weitere Disziplinen, wie zum Beispiel Standweitsprung, Sit-ups und Liegestütze, getestet wurden.

Welche sportlichen Disziplinen werden nun im aktuellen Basis-Fitness-Test (BFT) getestet? Welche Anforderungen werden in diesem Sporttest der Bundeswehr gestellt? Wie werden sie mit dem Punktesystem bewertet? Wie viel Punkte benötigt man, um ihn zu bestehen? Werden Frauen und Männer im Sporttest unterschiedlich bewertet? Für welche Einsatzbereiche ist Sport besonders wichtig? Wie fördert die Bundeswehr SportlerInnen? Auf diese Fragen wollen wir im Folgenden eingehen.

Sporttest Bundeswehr – Welche Disziplinen werden im BFT getestet?

Der Basis-Fitness-Test stellt die individuelle sportliche Leistungsfähigkeit der Bundeswehr-BewerberInnen fest. Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer und Koordination – die für den Soldatenberuf wichtigen motorischen Fähigkeiten – sollen im Sporttest ermittelt werden. Bei den unten genannten Anforderungen handelt es sich um die Mindestanforderungen, die jede/r BewerberIn erfüllen muss. Laut Informationen von bundeswehreigenen Webseiten ist der Sporttest in folgende Disziplinen und zeitliche Anforderungen aufgegliedert:

  1. Gleichgewichtsübung über den Schwebebalken; dieser muss in maximal 31 Sekunden überquert werden
  2. 11 x 10 Meter Sprinttest; dafür stehen maximal 60 Sekunden zur Verfügung
  3. Klimmhang; dieser muss mindestens 5 Sekunden lang erfolgen
  4. 3000 Meter mit dem Fahrradergometer (FET) in maximal 6.30 Minuten; der FET hat den 1000 Meter Lauf abgelöst
Sporttest Bundeswehr

Sporttest Bundeswehr

Durchführung Sporttest: Die drei oben genannten Disziplinen sind nacheinander zu bewältigen. Insgesamt stehen dafür 90 Minuten Gesamtzeit zur Verfügung. Bricht jemand einen der drei Tests vorzeitig ab oder wird mehr als die vorgegebene maximale Zeit eines Testes benötigt, so gilt der Sporttest als nicht bestanden. Jedoch kann der BFT nach einem halben Jahr wiederholt werden.

Wer bereits als Soldatin oder Soldat bei der Bundeswehr tätig ist, muss den Basis-Fitness-Test jährlich wiederholen, um seine körperliche Fitness weiterhin unter Beweis zu stellen.

Bewertung des Sporttests der Bundeswehr mittels Punkten

Die im BFT ermittelten Leistungen werden in ein Punktesystem umgerechnet, das auf sportwissenschaftlicher Basis beruht. In den einzelnen Disziplinen müssen jeweils mindestens 100 Punkte erreicht werden. Wer beispielsweise den Klimmhang für 5 Sekunden hält, bekommt dafür 100 Punkte. Das ist die niedrigste zu erreichende Punktzahl und zugleich die Mindestanforderung, die als ‚ausreichende Leistung‘ bewertet wird. Wer den Klimmhang hingegen z. B. für 45 Sekunden hält, bekommt 300 Punkte, die als ‚gute Leistung‘ bewertet werden. ‚Sehr gute Leistung‘ gibt es ab 400 Punkten; dafür muss man den Klimmhang für mind. 65 Sekunden halten. Wer im Sprinttest ein ‚sehr gut‘ erreichen will, muss die 11×10 Meter in 41,99 Sekunden sprinten, statt in der Maximalzeit von 60 Sekunden (100 Punkte und somit ausreichende Leistung).

Im Basis Fitness Test werden genetisch bedingte Geschlechter- sowie Altersunterschiede berücksichtigt. Da sich die Leistungsfähigkeit in einer Gesellschaft mit einer immer höheren Lebenserwartung laut Prof. Dr. Georg Hackfort verschiebt, wird der Geschlechtszuschlag bzw. der Alterszuschlag weiterhin angepasst, damit man bezugsgruppenspezifischen Grundlagen gerecht werde.

Insbesondere durch die Einführung des Fahrradergometer-Tests (FET) wurde eine wissenschaftlich einwandfreie und per Computerdaten nachweisbare Grundlage zur Bewertung geschaffen. Die Auswertung der Messergebnisse erfolgt vollautomatisch und Messfehler sind ausgeschlossen. Daher hat der Fahrradergometer-Test (FET) inzwischen den 1000-m-Lauf abgelöst.

Der BFT muss in allen Karrierecentren der Bundeswehr, die den Sporttest durchführen, sowie im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr (ACFüKrBw) in der gleichen Art aufgebaut und durchgeführt werden; so sind bundesweit vergleichbare Testergebnisse gewährleistet.

Für welche Berufs- und Karrierewünsche bei der Bundeswehr ist Sport besonders wichtig?

Es gibt Aufgaben- bzw. Einsatzgebiete bei der Bundeswehr, die ganz besondere körperliche Fitness voraussetzen. Hierzu gehören beispielsweise die Scharfschützen der Luftwaffe. Sie können im Einsatz tage- oder wochenlang auf sich selbst gestellt sein; hierzu bedarf es neben guter körperlicher Fähigkeiten, sehr gutem Sehen und Hören auch einer sehr hohen psychischen Belastungsfähigkeit.

Kampftaucher Sonderkommando Spezialeinheit

Kampftaucher Sonderkommando Spezialeinheit

An Kampfschwimmer werden verschiedenste Anforderungen gestellt, die alle extrem gute sportliche

Fähigkeiten voraussetzen. Sie werden tätig u. a. als Taucher, Fallschirmspringer, Kraftboot-Fahrer und wenn es die Situation erfordert, auch als Infanterist und Einzelkämpfer. Kampfschwimmer zählen zu den sportlichsten Soldaten in der Bundeswehr. Sie müssen triphibisch – zu Lande, zu Wasser und aus der Luft – einsatzfähig sein.

Auch die Gebirgsjäger sind sportlich sehr fit und vielseitig, um unterschiedlichste Aufgaben zu bewältigen. Sie müssen sich in unwegsamen Gelände sicher bewegen und kämpfen können; hierzu gehören die Fähigkeiten des Kletterns und Skifahrens.

Sportförderung bei der Bundeswehr

Für Sportlerinnen und Sportler bietet die Bundeswehr optimale Voraussetzung, da sie im Rahmen ihrer Spitzensportförderung talentierten SportlerInnen die Chance auf eine Sportkarriere ermöglicht. In verschiedenen Sportfördergruppen werden die LeistungssportlerInnen auf höchstem Niveau trainiert. Die Trainings- und Wettkampfzeiten nehmen dabei rund siebzig Prozent der Dienstzeit ein; nur die verbleibenden 30 Prozent des Dienstes werden für die militärische Aus- und Weiterbildung verwendet. Lediglich in der Zeit der militärischen Grundausbildung (zwei Monate) ist es den SportlerInnen untersagt, am Sporttraining und an Wettkämpfen teilzunehmen. Nach der Grundausbildung jedoch gilt es, sich gezielt auf Europa- & Weltmeisterschaften sowie die Olympischen Spiele vorzubereiten. Die Bundeswehr leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Position Deutschlands im Weltsport und wird zugleich der Bundesregierung gerecht, die den Hochleistungssport in Deutschland weiter fördern und somit SpitzensportlerInnen die gleichen Chancen wie in anderen Ländern geben will.

Wie wird man SportlerIn bei der Bundeswehr?

Hierzu muss man einen Antrag zur Aufnahme in eine Sportfördergruppe stellen; dieser Antrag muss vom zuständigen Spitzenverband sowie dem Deutschen Olympischen Sportbund befürwortet werden. Nachdem diese Befürwortung vorliegt, wird der bzw. die Sportler/-in von der Bundeswehr einberufen; er bzw. sie verpflichtet sich dann freiwillig als ‚Soldat/-in auf Zeit‘, in der Regel für zwei Jahre.

Die exakten Aufnahmekriterien, die für die Antragstellung erfüllt sein müssen, kann man auf der Bundeswehr-Homepage unter „Spitzensport“ nachlesen.

Auf unserer Seite kannst du online für den Eignungstest der Bundeswehr trainieren.