Streitkräfte und zivile Berufe bei der Bundeswehr

Streitkräfte bei der Bundeswehr

Streitkräfte bei der Bundeswehr

Die Bundeswehr ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Ausbildungsplätze und offene Stellen finden sich nicht nur für Soldaten, sondern auch für zivile Personen. Über 1000 Berufe bietet die Bundeswehr und damit eine Vielfältigkeit wie kaum ein Unternehmen in Deutschland. Die angebotenen Stellen lassen sich in verschiedene Bereiche aufteilen. Die militärische Laufbahn können Interessierte beispielsweise im Heer, der Marine, der Luftwaffe, im Sanitätsdienst, der Streitkräftebasis und im Cyber-Bereich ergreifen. Dagegen finden sich zivile Berufe in der Wehrtechnik, der Verwaltung und im Personalbereich.

Organisation der militärischen Berufe

Mit dem Arbeitgeber der Bundeswehr verbinden die meisten Menschen in Deutschland den Beruf des Soldaten. Die Soldaten machen, wenig überraschend, auch den Großteil der Angestellten der Bundeswehr aus. Die militärischen Berufe der Streitkräfte werden in der Regel nach dem Einsatzort an Land, in der Luft oder im Wasser unterschieden.

Das Herr

Das Heer bezeichnet die Berufe, die man typischerweise mit dem Wort Soldat in Verbindung bringt. Dabei unterscheidet man im Heer ebenfalls noch einmal nach unterschiedlichen Aufgaben. Die Landstreitkräfte unterteilen sich in Gattungen wie Infanterie, Artillerie, Panzertruppe oder Heeresfliegertruppe. Insgesamt finden sich im Heer 75 unterschiedliche Berufe und knapp 61.000 Soldaten. Diese werden beispielsweise als Aufklärer, Gebirgsjäger, Fallschirmjäger, Kampfmittelspezialisten, Logistikexperten eingesetzt. Jobs und Ausbildungen gibt es im Heer sowohl für Personen mit Real- und Hauptschulabschluss als auch mit Abitur. Letztere können auch die Laufbahn als Offizier im Heer ergreifen, was typischerweise auch für die anderen militärischen Bereiche der Bundeswehr gilt.

Die Luftwaffe

Während das Heer auf dem Land aktiv ist, operiert die Luftwaffe in der Luft. Die Soldaten der Luftwaffe sind dabei nicht nur als Piloten aktiv, sondern arbeiten oft auch auf dem Boden als Unterstützung. Einsatzmöglichkeiten sind beispielsweise Fluglotsen, Radarelektronikerinnen, Luftfahrzeugmechaniker, IT-Spezialistinnen und Lufttransportexperten. Insgesamt bietet die Luftwaffe 42 Berufe und beschäftigt rund 28.000 Soldaten.

Die Marine

Für den Schutz der Hoheitsgewässer Deutschlands ist die Marine verantwortlich. Die Seestreitkräfte verfügen sowohl über U-Boote als auch Fregatten, Korvetten und Versorgungsschiffe. Diese müssen alle bemannt und gewartet werden. Dementsprechend arbeiten die Soldaten der Marine beispielsweise als Antriebstechniker, Kampfschwimmer, Schiffsmechaniker, Rettungsflieger oder Schiffsärzte. Genau 30 Berufe bietet die Bundeswehr innerhalb der Marinelaufbahn an. Rund 16.000 Soldaten werden aktuell von der Marine beschäftigt.

Der Sanitätsdienst

Damit das Heer, die Marine und die Luftwaffe problemlos arbeiten können, muss die ärztliche Versorgung der Soldaten sichergestellt sein. An dieser Stelle kommt der Sanitätsdienst in Spiel. Besonders bei Auslandseinsätzen sind die Sanitäter der Bundeswehr von kritischer Bedeutung. Neben Ärzten werden daher auch eine ganze Reihe von weiteren medizinischen Fachkräften ausgebildet. Zu den 31 Berufen des Sanitätsdiensts gehören beispielsweise Notfallsanitäter, Gesundheits- und Krankenpfleger, Apotheker und Laboranten. Rund 19.000 Menschen sind aktuell im Sanitätsdienst aktiv.

Die Streitkräftebasis

Die Streitkräftebasis ist ein weiterer wichtiger Schlüsselfaktor, der dafür sorgt, dass die Soldaten ihre Arbeit ideal ausführen können. Im Gegensatz zur Wehrtechnik, wo man sich vor allem auf die technischen Aspekte fokussiert, spielen hier auch Dinge wie Kommunikation, Sicherheitsdienste und Versorgung eine Rolle. Gleich 142 verschiedene Berufe finden sich in der Streitkräftebasis. Sie reichen von Fahrlehrern bis hin zu Personenschützern, Chemikern, Hundeführern oder Redakteuren.

Cyber

Während Bereiche wie das Heer oder die Marine schon seit Jahrhunderten zur Armee gehören, ist der Bereich Cyber noch relativ jung. In Zeiten des Internets spielt die digitale Informationsbeschaffung und Gefahrenabwehr eine zunehmend wichtige Rolle. Dementsprechend gewinnt der Cyberbereich bei der Bundeswehr eine immer größere Bedeutung. Seit April 2017 bündelt die Bundeswehr ihre Cyber-Abteilung in einem Organisationsbereich. Rund 12.000 Soldaten und 1.500 zivile Mitarbeiter sind hier schon aktiv. In den kommenden Jahren soll der Bereich jedoch stark ausgebaut werden, was Interessenten einige Perspektiven eröffnet.

Die Bundeswehrverwaltung

Ein Heer funktioniert nicht nur allein durch Soldaten und Wehrtechnik, eine Verwaltung ist ebenfalls notwendig. Die Bundeswehrverwaltung setzt sich aus 38.000 zivilen Mitarbeitern zusammen, welche die Streitkräfte in den verschiedensten Bereichen unterstützen. Im Gegensatz zur Wehrtechnik fällt das Stellenangebot daher auch sehr vielfältig aus und beinhaltet Berufe, die man eventuell gar nicht vermuten würde. Zu den insgesamt 40 Berufen in der Bundeswehrverwaltung zählen beispielsweise Baustoffprüfer, Maler, Karriereberater, Elektroniker oder Ingenieure.

Wehrtechnik und andere zivile Berufe

Während die Verwaltung sich um die meisten Aspekte der Bundeswehr kümmert, ist die technische Ausstattung der Streitkräfte die Arbeit der Wehrtechnik. Hier arbeiten Ingenieure und Techniker der verschiedensten Bereiche zusammen und sorgen dafür, dass die Technik der Bundeswehr immer auf dem neuesten Stand ist. Die Wehrtechnik beschäftigt sich mit Themen wie Fahrzeugen, Waffensystemen oder Datenverarbeitung. Dabei arbeitet man häufig in Kooperation mit der Industrie. Rund 10.500 Mitarbeiter sind bei der Wehrtechnik in 16 Berufen angestellt.

Um das Besetzen der Stellen in den militärischen Bereichen, der Bundeswehrverwaltung und der Wehrtechnik kümmert sich der Personalbereich der Bundeswehr. Hier dreht sich alles um Personalgewinnung, Personalführung, Fortbildung und Qualifizierung. Darüber hinaus benötigt die Bundeswehr auch Seelsorger und eine Rechtspflege. Auch hier werden regelmäßig zivile Personen eingestellt.

Ausbildung und Studium bei der Bundeswehr

Von Wehrtechnik über Verwaltung bis hin zu Soldatenberufen: Die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr sind besonders vielfältig. Allein im zivilen Bereich stellt die Bundeswehr in jedem Jahr 1400 Ausbildungsplätze zur Verfügung und 5000 Jugendliche befinden sich durchschnittlich in einer Ausbildung. Mit 250.000 Soldaten und 80.000 zivilen Mitarbeitern ist die Bundeswehr einer der größten Arbeitgeber Deutschlands.