Erfahrungsbericht Eignungstest Bundeswehr München

Der Bewerber, der den folgenden Erfahrungsbericht geschrieben hat, hatte seinen Eignungstest im Dezember 2016 in München. Weitere Erfahrungsberichte findest du hier.

Die Zeit vor dem Eignungstest Termin

Bundeswehr Soldat

Als ich mich dazu entschlossen habe Soldat werden zu wollen, und soweit alles mit dem Karrierecenter der Bundeswehr abgeklärt war, konnte ich meine vollständige Bewerbung abschicken und habe dann gespannt darauf gewartet, bis endlich die Einladung zum Einstellungstest nach München im Briefkasten gelegen hat.

In dem Briefkuvert waren zwei Deutsche Bahn Reisegutscheine, die man vor Abfahrt an einem Schalter der Deutschen Bahn einlösen muss, sowie ein kleines Infoheft, wo neben einer genauen Wegbeschreibung auch viele Details zum Ablauf des 2,5-tägigen Testverfahrens zu lesen waren. Außerdem gab es noch einen Reisekostenantrag, falls man mit dem Auto anreist und einen Hinweiszettel, falls eine Terminverschiebung aus triftigen Gründen notwendig sei. Ich konnte dem Infoheft also entnehmen, dass folgende Dinge auf mich zukommen werden: ein Sporttest (bei dem verschiedene Kraft- und Ausdaueraspekte getestet werden), eine Art Intelligenz Computertest, eine ganzheitliche ärztliche Untersuchung und ein Gespräch beim Psychologen.

Nachdem mein Termin ca. drei Monate in der Zukunft lag, hatte ich genug Zeit mich in allen Bereichen gut vorzubereiten und mich auch zu informieren. Sehr hilfreich waren dabei diverse Foren sowie eine Facebook-Gruppe und generell das Internet als Informationsquelle.

Tag 1 beim Bundeswehr Eignungstest

Ankunft und Unterkunft in München

Als es dann endlich so weit war, denn je näher der Termin rückte, desto aufgeregter wurde ich (die Ungewissheit kann einen verrückt machen), habe ich meine Sachen gepackt und bin morgens in den Zug nach München, damit ich mich etwas früher als die angegebene Zeit in der gut beschriebenen Adresse einfinden konnte. Dort angekommen, musste ich kurz vor einem Eingang vor einem Büro warten, bis man mir sagte ich dürfte hereinkommen. Dann wurde ich nach meinem Namen, meinem Einladungsschreiben und meinem Personalausweis gefragt. Nachdem ich alles ausgehändigt bzw. mich kurz vorgestellt hatte, hat man mir gesagt, in welchem Zimmer ich im gleichen Gebäude bin, ein wenig die Hausregeln erklärt wie z.B., dass um 22 Uhr Nachtruhe ist (also alle Lichter aus), noch mal ein wenig der Ablauf erklärt und mir dann zu guter Letzt eine Mappe mit einem sogenannten Laufzettel in die Hand gegeben. Den sollte man überall hin mitnehmen.

Daraufhin bin ich erst mal in das Zimmer, das ich mir mit einem anderen netten Bewerber teilen durfte. Kurz und knapp ist es ein klassisches Zwei-Bett-Zimmer mit einem Fenster, zwei Schränken, einem Tisch mit zwei Stühlen und überraschenderweise einem Fernsehgerät an der Wand, wobei hier aber die Regel galt, dass man die Fernbedienung täglich um 21:45 Uhr abzugeben hat.

Im Grunde wurde man freundlich und respektvoll aber bestimmt empfangen. Aber damit muss man ja rechnen, schließlich bewirbt man sich ja beim Militär. Nach kurzem Kennenlernen meines Zimmerkameraden, des Schrankeinräumens und des Bettbeziehens mussten wir uns alle in einem Raum mit unserer Laufmappe und Schreibzeug treffen. Die Dame vom Empfang hat uns dann auf den Gang geholt, und wie man es eventuell aus der ein oder anderen YouTube Dokumentation kennt, mussten wir uns nebeneinander aufreihen, unsere Anwesenheit wurde kontrolliert und es wurden Karten für die Kantine ausgeteilt, damit wir in den 2,5 Tagen auch etwas zum Essen bekamen. Wir wurden dann allesamt in ein anderes Gebäude, Laufzettel inklusive, zum sogenannten Steuerkopf Büro geschickt, von wo aus das Testverfahren eines jeden einzelnen Bewerbers koordiniert wurde.

Die ärztliche Untersuchung

Insgesamt waren wir ca. 30 Bewerber. Als es dann nach kurzer Wartezeit losging, wurden wir in einen großen Konferenzraum gebeten, wo man uns nett begrüßt hat. Dort mussten wir einige Papiere unterzeichnen und einen persönlichen Fragebogen zum eigenen Werdegang und der persönlichen Einstellung ausfüllen. Danach wurden wir noch einmal offiziell von einem Hauptmann begrüßt, der kurz auf die Tätigkeitsbereiche der verschiedenen Laufbahnen sowie die Aufgabe der Bundeswehr eingegangen ist.

Dann war eine Stunde Mittagspause und wir durften dann in das Kantinengebäude und erstmal zwischen mehreren Gerichten und Getränken wählen. Während des kompletten Testverfahrens bis zum Feierabend herrschte absolutes Handyverbot und es wurde uns nahegelegt, dass es zum sofortigen Ausschluss führen kann, wenn man mit einem erwischt wird. Nach dem Essen also wieder zurück zum Steuerkopf, damit wir aufgeteilt werden konnten. Während es bei mir mit der ärztlichen Untersuchung los ging wurden andere zum Computertest, Sporttest oder sogar schon zum Psychologen geschickt.

Ärztliche Untersuchung

Im Wartebereich für die ärztlichen Angelegenheiten angekommen, trafen wir auf Bewerber die bereits ein bis zwei Tage vor uns angereist waren, um ihre Tests zu absolvieren. Sie meinten nur spöttisch, aber sympathisch, wir sollen uns auf langes Warten einstellen. Aber um ehrlich zu sein, musste man damit rechnen, da die Bundeswehr ja versucht sich von jedem Bewerber ein Bild zu machen. Als Erstes kamen die Voruntersuchungen dran, wie Hör- und Sehtest, gefolgt vom Abgeben einer Urinprobe, um Drogenkonsum auszuschließen. Dazwischen musste man immer wieder warten, sodass einige Zeit verstrich. Außerdem wurden einem nach 20 Kniebeugen der Blutdruck und der Puls mehrmals gemessen.

Der erste Abend nach dem Eignungstest

Als die Voruntersuchungen beendet waren, kam die Dame von der Anmeldung des ärztlichen Bereichs und meinte wir sollen wieder hoch zum Steuerkopf. Gesagt, getan und man schickte uns gegen ca. 16 Uhr in den Feierabend. Was man dann in seiner Freizeit macht, blieb jedem selbst überlassen. Manche zogen sich auf ihre Zimmer zurück, manche duschten erstmal und wieder andere machten sich nach Erhalten ihres Personalausweises auf den Weg in die Stadt. Eigentlich sollte man sich um die Abendverpflegung selbstständig kümmern, aber es gab die Möglichkeit ein Lunchpaket mit allem drum und dran zu bekommen. Man wurde auf jeden Fall satt dadurch.

Tag 2 beim Bundeswehr Eignungstest

Die Hauptuntersuchung bei der Bundeswehr

Am zweiten Tag wurden wir um 6 Uhr morgens geweckt und sind nach der Morgentoilette in das Kantinengebäude zum Frühstücken. Dafür hatte man gute 30 Minuten Zeit. Da wir um 7 Uhr schon wieder beim Arzt vorstellig werden mussten. Nach einer etwas längeren Wartezeit wurde ich aufgerufen und zur Hauptuntersuchung gebeten. Mit der Ärztin wurde als Erstes über Vorerkrankungen, Verletzungen und die gesundheitliche Vorgeschichte gesprochen, bis man dann eigentlich von Kopf bis Fuß durchgecheckt wird, um den sogenannten „Tauglichkeitsgrad“ festzustellen. Bei mir war glücklicherweise alles in Ordnung, bis auf eine kleine Nachuntersuchung, die aufgrund einer Erkrankung in der Kindheit notwendig ist, um Folgeschäden komplett ausschließen zu können. Hierfür habe ich einen Überweisungsschein bekommen und die Aufforderung die Ergebnisse binnen eines bestimmten Zeitraums einzusenden.

Der CAT / Computertest bei der Bundeswehr

Nach der Untersuchung mit der sympathischen Ärztin ging es zurück zum Steuerkopf, wo man mich bereits erwartet hat. Von dort aus ging es weiter zum sogenannten CAT-Test dem Computer Test, bei dem ich abzüglich einer kleinen Unterbrechung wegen der Mittagspause ca. 2 Stunden gebraucht habe. Dabei wurden meine Rechenfertigkeiten, abstraktes Denken, logisches Denken, Sprache und Rechtschreibung sowie Englisch, meine Konzentrationsfähigkeit und meine Reaktionen getestet. Danach wiedermal zurück zum Steuerkopf, wo man immer wieder bekannte Gesichter getroffen und sich kurz ausgetauscht hat, wie weit man schon ist oder wie es gelaufen ist. Alles in allem eine sehr angenehme Atmosphäre zwischen den Bewerbern

Sporttest Bundeswehr

Sporttest

Bei mir ging es dann weiter zum Sporttest, wo mir gesagt wurde, ich solle zurück in mein Zimmer Sportkleidung anziehen, Sportschuhe und Handtuch einpacken und mich dann in einem anderen Gebäude melden. Alles ist überall innerhalb der Gebäude gut lesbar für die Bewerber ausgeschildert. Im Sport Bereich angekommen warteten bereits zwei andere Bewerber aus einer anderen Gruppe. Nach einer ausführlichen Einweisung durften wir uns erstmal selbstständig etwas aufwärmen, um danach der Reihe nacheinander getestet zu werden.

Mit mir ging es los und ich durfte mit dem Sprint (5x 10 Meter) um ein Hütchen beginnen. Nachdem dann alle drei fertig waren, gab es ein paar Minuten Verschnaufpause und eine kleine Einführung in den nächsten Test: den Klimmhang. Zu guter Letzt starteten wir dann alle drei gleichzeitig auf dem Fahrrad, um in maximal 6,5 Minuten eine Strecke von 3 km zurückzulegen (bei freier Einstellung der Schwierigkeitsstufe). Es gibt immer eine Mindestanforderung der erbrachten Leistung. Wenn man es aber besser schafft als vorgegeben, macht es sich in der Benotung des Tests bemerkbar. Glücklicherweise war ich gut vorbereitet und somit lief alles gut bei mir. Wir durften uns dann erst einmal duschen und umziehen und sollten dann wie auch nicht anders zu erwarten zurück zum Steuerkopf. Den Laufzettel, der immer mitzuführen war, musste man bei jeder Station abgeben. Die Zeiten und Ergebnisse wurden dann immer eingetragen.

Feierabend am Tag 2

Nach dem Sporttest habe ich gegen 15 Uhr ca. Feierabend bekommen, und da so viele vor mir noch auf das Psychologengespräch warten mussten, konnte man davon ausgehen, dass es heute nichts mehr werden wird. Die freie Zeit habe ich dann für mich genutzt und bin erstmal was essen gegangen und habe mir ein wenig die Stadt angesehen. Am Abend habe ich mich noch lange mit meinem Zimmerkameraden über persönliche Ziele, die Einstellung, dem Testverfahren und Politik unterhalten und ein wenig ferngesehen.

Tag 3 beim Bundeswehr Eignungstest

Das Bundeswehr Psychologen Gespräch

Das Psychologengespräch bietet keinen Grund zur Aufregung

Am dritten und letzten Tag stand dann nur noch das Gespräch beim Psychologen an. Also habe ich mir etwas Angemessenes angezogen (Hemd, Pulli drüber, schöne Hose und Schuhe) und habe mich nach dem Frühstück mal wieder beim Steuerkopf angemeldet. Nach einiger Wartezeit kam dann ein Psychologe, überraschenderweise ohne Offizier wie es bei einigen anderen der Fall war, und bat mich noch einen Moment alleine in einem anderen separaten Wartebereich Platz zu nehmen, da er sich meine Unterlagen, Bewerbung und Lebenslauf sowie sämtliche Testergebnisse noch einmal ansehen möchte.

Zugegeben man wird etwas nervös, weil man aufgrund vieler Geschichten, die man so hört, nicht weiß, was jetzt genau auf einen zukommen wird. Nach ca. 20 Minuten warten war es dann so weit und der Psychologe bat mich in sein Büro, wo er, wie ich bereits damit gerechnet habe, Fragen über meine Vergangenheit, meinen beruflichen Werdegang, meinen Berufswunsch (inklusive den dazugehörigen Risiken bei der Bundeswehr) stellte. Wenn man offen und ehrlich ist und sich informiert bzw. sich auch wirklich bewusst ist, was man möchte gibt, es keinerlei Probleme. Ich hatte ein sehr entspanntes ruhiges Gespräch und hatte danach gleich das Gefühl, dass alles gepasst hat.

Wie viele Bewerber sind beim Eignungstest durchgefallen?

Im Nachhinein muss ich sagen, dass von ca. 30 Bewerbern nur zwei bis drei Bewerber frühzeitig heimgeschickt wurden und das aus offensichtlichen Gründen, da sie gelogen und sich dann in Konfrontation in ihren Lügen verzettelt und widersprochen haben. Alle anderen konnten eine Stelle mit passender Verwendung finden.

So, ein letztes Mal zurück zum Steuerkopf. Allmählich kannte man sich und ich muss sagen, dass die Dame, die das dort alles koordiniert hat, immer sehr freundlich gewesen ist. Dann als sich für mich langsam raus kristallisiert hat, dass eigentlich alles durchweg positiv verlaufen ist, fiel nicht nur der Druck ab, sondern es stellte sich auch ein gewisser Stolz ein, da man es erfolgreich hinter sich gebracht hat.

Einplaner bei der Bundeswehr

Da die nächste und vorletzte Station nun der Einplaner war, war man natürlich gespannt welche Stelle man wo bekommen wird. An das Warten war man ja inzwischen gewöhnt und so gratulierte man sich im Wartebereich schon mal überhaupt so weit gekommen zu sein. Alle waren sichtlich erleichtert und es war eine relativ ausgelassene lockere Stimmung zwischen uns Bewerbern. Im Übrigen ist das die ganzen 2,5 Tage so gewesen. Alle waren sehr offen, freundlich und respektvoll zueinander.

Als mich der Einplaner dann in sein Büro bat, klärte er mich noch über den ein oder anderen Ablauf und auch über die 6-monatige Probezeit auf. Nach einer Weile wurden wir dann fündig und ich habe meine Stelle für die Verwendung, für die ich mich beworben habe, gefunden. Ich beginne meine allgemeine Grundausbildung (AGA) am 01.06.2017.

Danach ging es dann als letzte Station noch zum Berufsförderungsdienst, wo man über sämtliche Fördermöglichkeiten während und nach seiner Zeit bei der Bundeswehr aufgeklärt wurde. Alles in allem war es eine gute Erfahrung mit erfolgreichem Abschluss für mich. Ganz wichtig ist meiner Meinung nach, dass man sich wirklich bewusstmacht, was es bedeutet Soldat zu sein und dass man mit einem konkreten Ziel erscheint.

Nach einigen Gesprächen mit Wiedereinstellern, von denen auch ein paar unter uns anwesend waren wurde mir klar, dass immer heißer gekocht wird als gegessen. Das hat mir einer von den Wiedereinstellern mit auf den Weg gegeben. Es wird viel geredet, spekuliert und man kann sich wie gesagt verrückt machen. Aber meines Erachtens nach nur grundlos. Wer wie gesagt ehrlich ist und sich gut vorbereitet und natürlich seinem Verwendungswunsch nach für tauglich erklärt wird, dem werden sicher keine Steine in den Weg gelegt.

Abreise nach den drei anstrengenden Prüfungstagen bei der Bundeswehr in München

Nach Beendigung aller Aufgaben und dem Abschluss aller Stationen ging es zurück aufs Zimmer zum Sachenpacken und Bettwäsche abziehen. Dann hat man sich noch von dem einen oder anderen verabschiedet und sich viel Glück gewünscht. Mit einem Lächeln im Gesicht ging es dann zurück zum Hauptbahnhof, zurück in die Heimat.

Mit Sicherheit ist mein Bericht sehr positiv ausgefallen und ich bin mir sicher, dass jeder da seine eigene Wahrnehmung hatte, aber in meinem Fall muss ich mich auf das Zitat stützen: Wie man in den Wald hinein ruft, so kommt es auch zurück. Viel Glück euch allen!


Wenn ihr euch online auf den Eignungstest der Bundeswehr vorbereiten wollt, schaut am besten mal auf www.bundeswehr-einstellungstest.de vorbei und meldet euch noch heute an!

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